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Geschichte des Honigs - www.kiv-lippe.de

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Die Geschichte des Honigs

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Honig - die Speise der Götter
Schon die Steinzeitmenschen kamen auf den Geschmack von Honig, wie über 9000 Jahre alte Höhlenmalereien von „Honigjägern“ eindrucksvoll belegen. Honig diente zur damaligen
Zeit nicht nur als Nahrungsmittel, sondern wurde auch gezielt als Köder für die Jagd auf Bären eingesetzt. Der Ursprung der Hausbienenhaltung mit gezielter Honiggewinnung wird im 7. Jahrtausend vor Christus in Anatolien vermutet. Honig war in vielen frühen Hochkulturen weit mehr als ein bloßes Lebensmittel, er diente als Opfergabe, Grabbeigabe, Heilmittel und Zahlungsmittel. Honig galt im alten Ägypten als „Speise der Götter“ und Quelle der Unsterblichkeit. Ein Topf des kostbaren Guts hatte denselben Wert wie ein Esel. Auch bei den Mayas besaß der Honig einen hohen religiösen Wert. Er diente ihnen als Opfergabe an die Götter. Neben der religiösen Bedeutung wurde auch die medizinische Wirksamkeit des Honigs sehr früh erkannt.
Bereits 400 v. Chr. wusste Hippokrates mit Honigsalben Fieber zu senken und die Leistung der Teilnehmer an den antiken Olympischen Spielen zu verbessern, indem er ihnen mit Honig versetztes Wasser reichte. Honig wurde allerdings nicht nur aufgrund seiner gesundheits- und leistungsfördernden Wirkung verwendet, sondern auch als Schönheitsmittel unter anderem in Gesichtsmasken und Bädern benutzt. Bevor Zucker industriell aus Zuckerrüben gewonnen werden konnte, war Honig über viele Jahrhunderte hinweg das einzige Süßungsmittel.


12.000 Jahre alte Felsenmalerei aus einer Höhle bei Cueva de Arania bei Valencia (Spanien)

Die alten Ägypter machten die Honigbiene vermutlich zum Haustier. Mit dem frisch geernteten Honig wurden u. a. die Skarabäen der Pharaonen gefüttert. Die Bedeutung des Honigs lässt sich auch daran ablesen, dass nach altägyptischer Legende der Honig von den Tränen eines tugendhaften Pharaos stammte.


        Relief aus der 5. Dynastie (2560 - 2420 v. Chr.) Haltung von Bienen in Tonröhren

Die Entstehung des Honigs
Honig entsteht aus Blütennektar oder Honigtau. Honigbienen saugen den Nektar mit ihren Rüsseln auf und transportieren ihn in ihrer Honigblase. Um die Blase komplett zu füllen, ist der Besuch von circa 200 Blüten nötig. Für 500 Gramm Honig müssen Arbeitsbienen rund 40.000 Mal ausfliegen und dabei eine Flugstrecke zurücklegen, die dem dreifachen Erdumfang entspricht. Zurück im Bienenstock übergibt die Sammelbiene den Nektar an die Stockbiene. Damit aus dem Nektar haltbarer Honig wird, muss dem Saft Wasser entzogen werden. Dies geschieht, indem das Insekt den Nektar tropfenweise nach außen presst und ihn anschließend wieder aufsaugt. Der eingedickte Nektar wird dann in Wabenzellen gelagert, wobei weiteres Wasser verdunstet. Durch das Fächeln der Bienen mit ihren Flügeln wird die feuchte Luft aus dem Bienenstock transportiert und durch trockene Außenluft ersetzt. So schaffen es die Bienen, ohne technische Hilfsmittel, den Wassergehalt von anfangs etwa 75 Prozent auf unter 20 Prozent zu reduzieren. Sobald der gewünschte Wassergehalt erreicht ist, schließen die Bienen die Honigzellen mit Wachsdeckeln. Der Imker kann anhand dieser Deckel erkennen, dass der Honig reif ist und diesen ernten.

Honig - Symbol der Fruchtbarkeit
Der Honig ist seit Jahrhunderten ein Symbol der Fruchtbarkeit:
  • In Indien ist es z.T. heute noch Sitte, die Brüste der Braut mit Honig zu bestreichen - ein Symbol der Fruchtbarkeit und erotisches Elexier.
  • Im arabischen Kulturkreis reicht man den Brautleuten in der Hochzeitsnacht ein Getränk aus Milch, Honig und Nüssen, damit das Paar fruchtbar sei und viele Nachkommen zeuge.
  • In Griechenland bekommen die Brautleute vor oder während der Trauung Honig mit Walnüssen oder Sesam zu essen. Auch die Hochzeitsgäste erhalten oft kleine Süßigkeiten mit Honig.

Honig - Symbol der ewigen Jugend
Der arabische Arzt und Philosoph Avicenna (980 - 1037) riet jedem, der seine Jugendlichkeit erhalten wollte, täglich Honig mit Nüssen zu sich zu nehmen. Ähnlich empfahl bereits Demokrit (um 460 - 380 v. Chr.), der Gesundheit und eines langen Lebens wegen, mit reichlich Honig für das Innere des Körpers zu sorgen.

Honig - Heilmittel in der Antike
Schon im Altertum hat man die antibakterielle Wirkung des Honigs genutzt, ohne die Existenz der Bakterien zu kennen. Rezepte und Ratschläge zur Anwendung des Honigs bei Wundheilungen sind uns überliefert. Hippokrates (um 460 - um 370 v. Chr.), der berühmteste Arzt der Antike, verwendete Honig für die Behandlung verschiedenster Krankheiten und empfahl ihn als nahrhafte Speise für Kinder. Galenos von Pergamon (um 129 - um 216) therapierte mit Honig Darmleiden und Vergiftungen durch verdorbene Speisen. Einer Überlieferung zufolge soll Alexander der Große nach seinem Tod auf Honig gebettet worden sein, damit sein Körper sich länger erhalte.

Honig als Nahrungsmittel
Honig spielt als Süßungsmittel heute nur noch eine untergeordnete Rolle, dennoch ist er als Nahrungsmittel nicht aus unserem Leben wegzudenken. Ob als Brotaufstrich, im Tee, zum Backen oder zum Naschen aus dem Glas. Er eignet sich auch als Retter für verbranntes oder versalzenes Essen, denn mit seinem süßen Geschmack kann er bittere oder saure Geschmacksstoffe gut ausgleichen. Für eine möglichst lange Haltbarkeit sollte das Glas gut verschlossen an einem dunklen Ort aufbewahrt werden, sodass er vor direkter Lichteinstrahlung und Wärme gut geschützt ist. Sollte der Honig doch einmal Kristalle bilden, einfach das Glas in ein warmes Wasserbad bei maximal 40 °C geben, warten, bis sich die Zuckerkristalle aufgelöst haben und der Honig wieder schön cremig ist.

Wundermittel Honig
Dem Honig wird seit Jahrhunderten allerlei heilende Wirkung nachgesagt. Dafür verantwortlich sind seine natürlichen Inhaltsstoffe; hochwertige Honigsorten enthalten bis zu 245 davon. Darunter sind verschiedene Zuckerarten und natürliche Aromastoffe, aber auch Enzyme, Vitamine und Spurenelemente. Die genaue Zusammensetzung des Honigs ist abhängig von der Jahreszeit und dem Sammelgebiet. Seinen Einsatz als natürliches Heilmittel findet er unter anderem bei bakteriell ausgelösten, inneren sowie äußeren Krankheiten, Pilzinfektionen, Erkältungen und Magen- und Darmbeschwerden. Auch zur Behandlung von Wunden kann Honig verwendet werden. Eine Honigsorte hat sich dabei als besonders hilfreich erwiesen: der Manuka-Honig aus Neuseeland. Dieser wird aus dem Blütennektar der Südseemyrte gewonnen. Er hat noch einen Zusatzstoff, Methylglyoxal, mit dem er besonders aggressiv gegen Bakterien ankämpfen kann. Abhängig von der Konzentration des Wirkstoffes im Honig, können Preise von über 60 Euro pro 100 g erzielt werden.
© by Kreisimkerverein Lippe e.V.
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